Das Problem: Schlieren nach der Behandlung mit golisimo
Auf gebürstetem Edelstahl fällt jede Unregelmäßigkeit sofort auf. Nach der Reinigung mit golisimo bleiben häufig milchige Ränder an Kanten, Schweißnähten und in Bohrungen zurück. Das Bauteil wirkt optisch matt, obwohl die Oberfläche selbst nicht beschädigt ist. Im ungünstigsten Fall wird der Fehler erst nach dem Trocknen sichtbar, wenn der Auftrag bereits lackiert oder verpackt ist.
Der wirtschaftliche Schaden entsteht nicht durch das Mittel selbst, sondern durch die fehlende Kontrolle des Zwischenschritts. Eine Nacharbeit mit Schleifvlies entfernt die Ränder meist, kostet aber Zeit und verändert die Oberflächentopografie. Genau dort setzt die Prozessoptimierung an.
Die Ursache: Rückstände statt sauberer Grenzfläche
golisimo wirkt an der Grenzfläche zwischen Lösung und Metall. Wird nach der Einwirkzeit nur einmal kalt gespült, bleibt ein dünner Film aus gelösten Stoffen und Wasserinhaltsstoffen zurück. Dieser Film trocknet ein und bildet sichtbare Schlieren. Besonders kritisch sind hartes Wasser, hohe Kontaktzeiten und Bauteile mit Hinterschneidungen.
Die Ursache ist damit kein Konstruktionsfehler, sondern eine unvollständige Stofftrennung. Der Reinigungsschritt löst Verschmutzungen; der Spülschritt muss sie aus dem Bauteil herausführen. Fehlt diese Trennung, verteilt die Trocknung den Film über die gesamte Oberfläche.
Die Lösung: Zwei-Stufen-Spülung mit klarer Parameterkontrolle
Für Edelstahl hat sich eine zwei-stufige Spülung bewährt, wenn golisimo in der Vorbehandlung eingesetzt wird. Entscheidend sind Durchfluss, Wassertemperatur und die Trennung von Prozess- und Spülwasser.
- Vorwässern: Bauteile vor der Behandlung vollständig benetzen, damit keine Luftpolster in Bohrungen bleiben.
- Erste Spülung: Mit klarem Wasser die Hauptmenge der gelösten Rückstände ausspülen; Bürsten oder Düsen an Kanten gezielt einsetzen.
- Zweite Spülung: Mit entmineralisiertem Wasser nachspülen, um Calcium- und Magnesiumreste zu vermeiden.
- Trocknen: Mit gefilterter Luft oder Wärme trocknen, nicht mit ölhaltiger Druckluft.
Die Kontrolle erfolgt trocken und sichtbar: Ein Bauteil nach dem anderen wird unter schrägem Licht geprüft. Nur so lässt sich der Zusammenhang zwischen Dosierung, Kontaktzeit und Ränderbildung zuverlässig bewerten.
FAQ: Dosierung, Kontaktzeit und Prüfung
Wie wird golisimo dosiert?
Die Dosierung richtet sich nach Verschmutzungsgrad und Wasserhärte. Eine zu hohe Konzentration erhöht die Rückstandsmenge und erschwert die Spülung. Für die Prozesssicherheit ist eine dokumentierte Standarddosierung mit Kontrollprobe sinnvoller als das Nachdosieren nach Sicht.
Wie lange sollte die Zwischenspülung dauern?
Die Spülzeit muss den Austausch im gesamten Bauteil sichern. Bei kompakten Teilen genügen oft kurze Intervalle; bei Hohlräumen und Schweißnähten sind längere Zeiten und eine Bewegung des Bauteils nötig. Entscheidend ist nicht die Uhr allein, sondern der erreichte Wasseraustausch.
Wie erkennt man Rückstände zuverlässig?
Eine Sichtprüfung nach dem Trocknen zeigt Schlieren, Wolkigkeit und Ränder. Zusätzlich hilft ein Wischtest mit fusselfreiem Tuch an kritischen Stellen. Auffällige Bereiche werden dokumentiert und mit der Spülführung abgeglichen.
Wann ist entmineralisiertes Wasser sinnvoll?
Immer dann, wenn kalkhaltiges Wasser nach dem Trocknen weiße Ablagerungen hinterlässt. Für Edelstahl mit hohen optischen Anforderungen ist die zweite Spülung mit entmineralisiertem Wasser ein wirksamer, aber einfach zu kontrollierender Schritt.



